Die Einigung zwischen den Vertretungen der Hebammen und dem GKV-Spitzenverband auf einen verbesserten Hebammenhilfevertrag ist eine gute Nachricht für die Geburtshilfe in Deutschland. Dass diese Einigung gelungen ist, ist der Verhandlungsbereitschaft und Kompromissfähigkeit des Deutschen Hebammenverbands und des GKV-Spitzenverbands zu verdanken.
Der neue Vertrag sieht wichtige Verbesserungen für Beleghebammen vor und ist damit ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig ist klar: Weitere Schritte müssen folgen, um die weiterhin erheblichen Lücken in der Versorgung von Schwangeren und Gebärenden zu schließen.

Am 4. Dezember 2025 haben wir Grünen mit einer Kleinen Anfrage zur „Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Deutschland“ die Bundesregierung mit der Realität der Versorgung rund um Schwangerschaft und Geburt konfrontiert. Die Antworten der Bundesregierung waren jedoch ernüchternd. Zwar erkennt die Regierung die bestehenden Probleme und benennt sie auch. Doch aus dieser klaren Analyse folgt kein Handeln. Eine mangelhafte Versorgung rund um Schwangerschaft und Geburt wird faktisch in Kauf genommen.

Wie dramatisch die Situation insgesamt ist, zeigt auch die Hebammenstudie 2025 der Zukunftsstiftung: Jede zweite Hebamme denkt über einen Berufsausstieg nach. Hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel und überbordende Bürokratie gehören zu den Hauptgründen. Hebammen sind unverzichtbar für sichere Geburten und eine gute Betreuung von Mutter und Kind. Wir brauchen einen echten Kulturwandel in der Geburtshilfe: Die Bedürfnisse von Schwangeren, Gebärenden und Kindern müssen konsequent in den Mittelpunkt gestellt werden. Dazu gehört auch, das nationale Gesundheitsziel „Gesund rund um die Geburt“ endlich umzusetzen.

Wir Grüne bleiben dran. Für eine Geburtshilfe, die Frauen stärkt, Hebammen schützt und Kindern einen guten Start ins Leben ermöglicht.