Wir sind von einem geschlechtergerechten Gesundheitswesen immer noch weit entfernt. Der Gender Data Gap und der Gender Health Gap müssen geschlossen werden, damit Frauen eine qualitativ hochwertige Versorgung erhalten.
Die Bundesmittel für die Frauengesundheitsforschung sind ein wichtiges Signal, aber ein paar Förderprogramme lösen keine strukturellen Defizite.
Noch immer fehlt vielen Frauen der verlässliche Zugang zu Hebammen, zu Hilfe bei postpartalen Depressionen oder zu einem selbstbestimmten Schwangerschaftsabbruch ohne Hürden. Geschlechtsspezifische Unterschiede auch in anderen Versorgungsbereichen werden kaum berücksichtigt. Die Bundesregierung lässt keinerlei Motivation erkennen, die strukturellen Versorgungsdefizite systematisch anzugehen und Lücken konsequent zu schließen. Wenn die Bundesregierung es ernst damit meint, Frauengesundheit verbessern zu wollen, dann sollte sie endlich eine Strategie aufsetzen. Wer Frauengesundheit systematisch in Forschung, Ausbildung und Versorgung verankert, verbessert Diagnosen, Behandlung und Prävention insgesamt. Frauengesundheit ist keine Nische, sondern Maßstab für ein gerechtes und effizientes Gesundheitssystem.
Doch mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz hat die Bundesregierung auch bei der Frauengesundheit gespart: bei der gynäkologischen Vorsorge und Versorgung und bei der Hebammenversorgung.
Vielen Dank an den DLF, dass dieses wichtige Thema aufgegriffen wurde.
Der Beitrag im DLF kann hier nachgehört werden (meine Kommentierung ab Minute 11:30):
https://www.deutschlandfunk.de/warum-medizin-lange-an-frauen-vorbei-geforscht-hat-100.html

