Als vor mehr als 50 Jahren, nach Ende der Nazi-Diktatur, in einer Enquête des Deutschen Bundestags darüber diskutiert wurde, wie fortan das Hilfesystem für psychisch Kranke entwickelt werden sollte, gab es eine gesellschaftliche Mehrheit für mehr Teilhabe, Selbstbestimmung und gegen Stigmatisierung. Heute erleben wir eine beunruhigende Verschiebung dieser Debatte. Unter anderem ausgelöst durch die Aussagen von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, der ein Register für psychisch Kranke forderte. Ein aktueller Artikel von netzpolitik.org, in dem auch ich zu Wort komme, zeigt auf, wie schnell alte Denkmuster zurückkehren können – mit gravierenden Folgen für die Rechte und die Würde Betroffener. Gerade vor dem Hintergrund dieser neu entfachten Debatte um Sicherheit, Ordnung und vermeintliche Risiken ist es umso wichtiger, Stigmatisierung entschieden entgegenzutreten und genau hinzuschauen.
Der Artikel liefert dafür wichtige historische Einordnung und Argumente – und ist eine sehr lesenswerte Grundlage für die notwendige gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber, wie das Hilfesystem für psychisch Kranke zu entwickeln ist:

